Kap Verden 2012, Riu Funana

Unserer diesjährigen Urlaub führte uns auf die Kapverdischen Inseln, genauer gesagt nach Sal. Wir wollten dort etwas Tauchen, hauptsächlich aber etwas entspannen. Nach der Durchsicht einiger Hotels auf der Webseite von Holidaycheck haben wir uns für das Riu Funana entschieden. Eigentlich nicht das was wir sonst buchen, aber die Bewertungen der anderen Hotels sahen nicht so gut aus und so blieb uns nicht so viel Auswahl übrig.

03.09.2012

Also waren wir dieses mal pauschal unterwegs per fast Direktflug von Hannover. Dieser führte zunächst in gut 7 Stunden nach Boa Vista und nach einem einstündigen Zwischenstopp dann in nur 10 Minuten zum Flughafen von Sal.

Wir hatten zwar per TUI alles gebucht, aber bei der Einreise kamen die dortigen Beamten wohl nicht mit unseren Buchungsbestätigungen klar. Jedenfalls durften einige, so auch wir, das Visum nochmals zahlen, auch wenn das eigentlich schon bei der Buchung inkludiert war. Problematisch war es aber nicht, wir bekamen von der TUI gleich am nächsten Tag das Geld zurück.

Koffer waren dieses mal tatsächlich alle da und so ging es per Bus in knapp 25 Minuten zu unserem Hotel. Von aussen machte die Anlage schon einen sehr sch&öuml;nen Eindruck, die Gebäude sind maximal zweist&öuml;ckig, dazwischen sehr viele Grünpflanzen. In einer großzügigen Empfangshalle gab es dann an der Rezeption gleich das nächste Problem: Unser Zimmerschlüssel war schon an Familie Kunze ausgegeben worden, klingt ja schließlich auch ähnlich. Also erstmal warten bis der Schlüssel wieder da ist und Familie Kunze aus unserem Zimmer.

Nach etwas Warterei konnten wir dann aber endlich in unsere Suite. Dort angekommen dann der nächste Rückschlag: Wir hatten eine äußerst miese Aussicht und auch noch Schimmel im Zimmer. Also schnell Foto gemacht, zurück an die Rezeption, Fotos rumgezeigt, neuen Schlüssel für andere Suite erhalten und diese war dann wirklich in Ordnung. Seitlicher Meerblick wenn man sich weit über die Balkonbrüstung lehnt, Blick in die Anlage, sehr gemütlich eingerichtet, Schimmel- und geruchslos. Koffer wurden auch anstandslos gebracht, nun konnte der Urlaub losgehen.

Das erste Abendessen liess schon mal erahnen was uns in den nächsten 2 Wochen bevorstand. Sehr leckeres Essen, eine tolle Auswahl, freundliche Bedienungen und sicher am Ende ein paar Pfunde mehr auf der Waage. So liessen wir den Abend an der Bar ausklingen und schauten uns danach unsere Suite noch etwas genauer an.

Ein sehr großzügiger Raum, in der Mitte mit drei Stufen unterteilt ist wirklich geschmackvoll mit Rattanm&öuml;beln eingerichtet. Auf der Wohnseite befinden sich ein Tisch mit Sofa und Sessel, ein Bestelltisch der sich prima zum Laden unserer umfangreichen Elektronik eignet sowie Klimaanlage, ein Ventilator und eine Kommode mit Flachbildfernseher. Deutsches Programm gab es zwar, aber wir haben uns auf die eigenen Videos beschränkt. Alles in allem war es das, was wir uns vorgestellt hatten, hier konnten wir die nächsten beiden Wochen sicher gut entspannen.

04.09.2012

Dank Klimaanlage war die Nacht gut temperiert und wir gingen am nächsten Morgen zum Frühstück. Dieses ist ebenfalls im Hauptrestaurant und wird, wie üblich, als Buffet dargeboten welches wirklich sehr reichhaltige Auswahl hat. Neben viel Cerealien, Obst, verschiedenen Broten gibt es auch eine Auswahl an warmen Speisen, Omelettes, Spiegeleiern und den üblichen englischen Spezialitäten. Kurzum, für alle was dabei.

Es folgte der erste Gang zum Pool und damit leider das wirklich negative an diesem Urlaub: Kaum einer da, aber alle Liegen mit Handtüchern belegt. Das ist zwar verboten, was auf einem Schild an der Handtuchausgabe auch so steht, wird aber scheinbar geduldet. Zum Glück finden wir noch etwas halbwegs im Schatten. Ohne diesen wäre es schlichtweg zu heiß. Es gibt also zwei Möglichkeiten: Entweder am Handtuchkrieg teilnehmen und um 06:00 Uhr Liegen reservieren, oder auf den Pool verzichten. Ab Morgen wollen wir aber eh erstmal tauchen, also abwarten wie sich das hier entwickelt.

Für das Mittagessen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder im Restaurant am Pool, oder wieder im Hauptrestaurant. Heute entscheiden wir uns für die Poolvariante. Neben Pizza gibt es noch die Möglichkeit sich Hamburger selbst zu bauen, Hotdogs und diverse andere warme Speisen. Dazu eine umfangreiche Salatbar und ein Buffet mit Nachspeisen und Obst. Auch hier ist die Auswahl sehr groß und es schmeckt auch alles was wir uns holen. Getränke kann wieder selbst zapfen. Da die Anlage recht groß ist kann man sich den Weg ins Hauptrestaurant sparen, hier schmeckt es ebenfalls.

Den Nachmittag nehmen wir uns ein Taxi zur Tauchbasis nach Santa Maria. 3 EUR sind sicher nicht zu viel. Einchecken an der Basis ist völlig problemlos. Chris ist zwar nicht da, kommt aber prompt zur Basis als ihn White telefonisch mitgeteilt hat, dass wir da sind. Ein kurzes Basisbriefing, eintragen in die Liste für morgen. Dann brauchen wir auch erst unser Equipment mitbringen. Wir sollen an der Rezeption abgeholt werden wie wir das auch schon aus dem Web wussten. Also Taxi wieder zurück und noch etwas im Zimmer auskühlen. Es ist wirklich heiß hier.

Abendessen ist dann wieder im Hauptrestaurant. Wieder eine großzügige Auswahl, Live Cooking, also alles bestens. Nach ein paar Cocktails an der Bar wird noch die Ausrüstung für morgen zusammen gestellt und dann geht es auch schon zu Bett.

05.09.2012

Unser erster Tauchtag beginnt mit einem guten Frühstück. Mit Tauchgepäck warten wir dann vor dem Hotel und werden tatsächlich pünktlich abgeholt. Aber jetzt geht die Verwirrung erst los: Kaum aus dem Hotel stoppt der Wagen und wir dürfen in ein anderes Fahrzeug umsteigen. Dann will der Fahrer Richtung Norden, wir sind uns aber ziemlich sicher dass die Tauchbasis gestern noch südlich lag. Auf unseren Einwand wendet der Fahrer und keine 5 Minuten später sind wir tatsächlich auf der Tauchbasis. Das scheint also recht spassig zu werden.

Unsere Tauchsachen kommen in Netztaschen, die dann in einen Anhänger samt Flaschen für zwei Tauchgänge geladen werden. Dieser soll mit dem Wagen der uns hergebracht hat dann zum Pier fahren, allerdings fehlt diesem die Anhängerkupplung. Da der Wagen der Basis in der Werkstatt ist, behilft sich Chris mit Leihwagen, aber die scheinen wohl nicht richtig zuzuhören wenn es um die Anhängerkupplung geht. Jedenfalls dauert es noch etwas bis dann der richtige Wagen da ist.

Schon im Neopren warten wir bis es los geht, steigen dann hinten auf den Pickup oder vorne rein und nach einer kleinen Stadtrundfahrt befinden wir uns am Pier. Dort wird der Anhänger abgekuppelt und nach vorne geschoben wo schon das Zodiac wartet. Die Jackets werden mit Automaten und Flaschen zusammen gebracht, auf das Boot geladen und dann gehen auch wir endlich an Bord. Ein wirklich sehr langwieriger Prozeß den man trotz der Widrigkeiten sicher etwas angenehmer gestalten könnte.

Ben ist als Guide mit an Bord. Wir steuern den Tauchplatz Kwarcit Wreck an welchen wir nach 5 Minuten Fahrt auch schon erreichen. Leider sind Strömung und Sicht nicht ganz zufrieden stellend, also fahren wir erstmal weiter zu Poutinha. Man hilft uns in die Jackets, ab ins Wasser das zumindest an der Oberfläche gar nicht so kalt ist, an der Ankerleine warten wir bis alle da sind und dann wird abgetaucht. Freundlicherweise wird auf Checktauchgang und ähnlichen Blödsinn verzichtet. So geht es runter auf gute 20 Meter. Hier ist es schon deutlich kühler, die 3mm Tropenvariante war wohl doch nicht das optimale. Aber es ist gut auszuhalten. Was gibt es zu sehen? Zunächst einmal viel Sand, etwas Schwarmfisch, viele Muränen und ein paar Schnecken. Leider endet die Sicht bei knappen 10 Metern, so ist uns sicher das ein oder andere verborgen geblieben.

06.09.2012

Heute klappt der Fahrdienst vom Hotel problemlos und so kommen wir schnell und pünktlich zur Tauchbasis.

Unsere beiden heutigen Tauchplätze sind Cavala und Farol Fungo im Süden der Insel. Bei Cavala geht es auf gute 40 Meter, entsprechend kurz bleibt dieser Tauchgang. And der Steilwand mit Grotte gibt es neben ein paar Makrelen noch Langusten zu sehen. Farol Fungo ist dann mit 20 Meter wieder deutlich flacher und bietet etwas mehr Schwarmfisch. Alles in allem hatten wir uns bis jetzt allerding sdoch schon mehr versprochen.

07.09.2012

Die Wahl der Tauchplätze obliegt ja der Basis und so geht es heute nach Tchukassa, wiederum etwas tiefer. Allerdings haben wir hier auch recht viel Sand, so dass ein echtes Highlight ausbleibt. Der zweite Tauchgang ist dann an den Three Caves. Drei kleinere Grotten mit etwas Schwarmfisch und einem Trompetenfisch.

Den Nachmittag verbringen wir ab nun am Strand. Hier gibt es doch immer noch ein paar freie Liegen und ein fantastisches Meer. Allerdings sind die Wellen schon recht groß, so dass man diese beim Herauskommen aus dem Wasser lieber nicht aus dem Auge lassen sollte. Zahlreiche Knochenbrüche zeugen hier von den Gewalten das Meeres. Wenn einem einen Welle aus den Schuhen hebt, kann man auch wirklich nicht mehr viel machen und kommt sich irgendwann wie ein Stück angeschwemmtes Treibgut vor.

08.09.2012

Wir machen eine kleine Tauchpause und verbringen den Tag ganz im Hotel. So bekommen wir natürlich von Anfang an gute Liegen am Strand und genießen das gute Wetter und den Antlantik.

09.09.2012

Auch heute gibt es nicht wirklich viel zu berichten da wir den Tag wie schon gestern einfach mal faulenzen.

10.09.2012

Da wir ein 12er Tauchpaket vorab gebucht haben, geht es ab heute wieder täglich raus. Ein Anfängerpärchen ist ab heute auch dabei, mal sehen wie sich das auf die Tauchplatzplanung so auswirken wird.

Boje 32 und Dunas werden heute betaucht, bei beiden passiert allerdings nicht viel neues. Uns kommt so langsam in den Sinn, dass wir einfach zur falschen Jahreszeit hier sind, denn auf Fotos haben wir schon so manches Sehenswertes von den Kapverden gesehen. Bei uns ist nichts los und auch die Sicht ist recht bescheiden.

Abends wird dann etwas gefeiert, mehr war heute nicht los.

11.09.2012

Heute geht es wieder zur Westseite der Insel. Peredato und Pontinha bieten aber, wie schon fast erwartet, weder große Fischschwärme noch andere Besonderheiten.

12.09.2012

Letzter Tauchtag. Im Grunde haben wir den schon herbei gesehnt, haben uns aber zum Schluss die wohl beiden besten Plätze aufgehoben. Der erste ist das Blue Eye. Hier fällt duch ein Loch einer Kammer ein Lichtstrahl auf die darunter liegende Höhle. Nicht gerade Kindergartentauchen und so ist schon der Einstieg eine kleine Herausforderung. Über die Klippen geht es zu einer felsigen Bucht die ins offene Meer mündet. Mit den Wellen steigt hier der Wasserspiegel um einiges und nachdem wir komplett sind, geht es mit einem behertzten Sprung ins kalte Nass. Gut ist es abzuwarten, bis der Wasserstand recht hoch ist, sonst springt man doch einiges nach unten.

Das Anfängerpärchen ist mit von der Partie und wir wundern uns etwas denn das Betauchen der Höhle ist auch nicht von schlechten Eltern. Es geht zunächst auf 25 Meter, dann der Wand Richtung Norden entlang bis man den Höhleneingang erreicht. Von hier geht es dann nach oben bis man in der Höhle auf eine große Kammer trifft. Hier sehen wir dann auch den Strahl, der von oben in das glasklare Wasser fällt. Ein absolut toller Anblick und alleine deshalb hat es sich gelohnt, nach Sal zu fliegen. So bekommen wir dann doch noch den ersehnten genialen Tauchgang.

Der Rückweg führt über einen anderen Weg und wir tauchen wieder Richtung Bucht. So langsam dämmert uns, dass wir den Ausstieg bei Briefing noch gar nicht so richtig besprochen hatten. Wir vertrauen also den Guides und schwimmen erstmal in die Bucht. Hier sehen wir dann, wie man sich hier den Ausstieg vorstellt. Eine Leiter, wenn man das denn so nennen kann, hängt irgendwo vom Felsen ins Wasser. Nun heißt es einzeln zur Leiter, Flossen hoch geben, und dann mit einer Welle nach oben treiben lassen, auf die Leiter stellen und gut festhalten. Wenn das Wasser wieder sinkt, schnell nach oben und raus aus dem Wasser.

Mal abgesehen davon, dass die Leiter in Deutschland sicher keinen TÜV bekommen hätte, verlassen wir das Wasser tatsächlich alle ohne Verletzungen. Dieser Tauchgang hat sich auf alle Fälle mehr als gelohnt.

Der letzte Tauchgang des Urlaubs ist dann Palmeira IV. Etwas wieder Richtung Süden stehen wir irgendwann an der Steilküste zum Atlantik. Auch hier ist der Einstieg einfach: Hohen Wasserstand abwarten und dann einfach springen. Lieber nicht zurück blicken, sondern erstmal abtauchen. Hier erwarten und wieder Höhlen, die aber parallel zur Wand verlaufen und immer wieder Öffnungen nach draußen haben. Leider ist es hier deutlich kälter aber wir halten mit klappernden Zähnen durch und tauchen irgendwann wieder Richtung Ausstieg. Der ist mittlerweile eine richtige Herausforderung denn das Wasser senkt und hebt sich so um gute 4 Meter. Das Timing ist also mehr als entscheidend um die richtige Zeit zu finden um einen stabilen Stand auf der Leiter zu finden. Die Leiter kennen wir bereits und so gelingt auch hier bei allen der Ausstieg aus dem Wasser.

Insgesamt haben sich diese beiden Tauchgänge wirklich gelohnt. Wer also auf Sal tauchen gehen möchte und etwas Action sucht, der ist hier gut aufgehoben.

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Der Rückweg zur Tauchbasis verläuft dann nicht ganz so glatt. Auf halber Strecke haben wir eine Reifenpanne und nach einer guten Stunde kommen auch Ersatzbusse die uns zurück ins Hotel bringen. Aber wir wollen nicht meckern, der Tag hat richtig Spaß gemacht.

12.09.2012